Interview Karma To Burn

Wir trafen vor ihrem Gig in der Kantine in Konstanz Karma To Burn/Year Long Disaster-Bassist Rich Mullins zu einem sehr unterhaltsamen Interview über altes, neues und interessante Anekdoten aus der langen Geschichte der Band.

Warst du schon einmal in Konstanz?

Nein, aber schon einige Male in der Umgebung zum Beispiel Karlsruhe, Stuttgart und Basel.

Ihr hattet gestern eine Show in Zürich?

Ja das stimmt es gibt dort sehr viele Prostituierte, mehr als ich bisher sonstwo anders gesehen habe. Sie waren überall, vor allem Transvestiten. In Hollywood ist das eine ganz andere Sache. In der ganzen Stadt gibt es vielleicht 8 Transvestiten. Zürich hat mindestens 40. Und Sie beginnen ihre Arbeit sehr früh. Um 11 Uhr morgens brachen wir auf um in die nächste Stadt zufahren und Sie waren schon wieder an der Strasse. Eigentlich könnten wir auch ein Interview über Züricher  Prostituierte machen?

Keine schlechte Idee. Gut aber nun erstmal zu deiner Band. Warum habt ihr die Band 2005 aufgelöst?

Ich hatte ein Drogenproblem, es war wirklich schlimm. Wir hatten alle ein Drogenproblem und deswegen ging dann auch zwangsweise jeder erstmal seine eigenen Wege. Schließlich verließ ich die Stadt weil ich mir erhoffte anderweitig bessere Hilfe zu bekommen.

Wie kam es dann 2009 zur Wiedervereinigung?

Nach über 7 Jahren Funkstille telefonierten Will, unser Gitarist, und ich wieder miteinander um eine paar Shows zu planen und wieder eine CD zu machen. Nun sind wir wieder voll dabei, das war alles.

Wie fühlt es sich an nach über 7 Jahren wieder miteinander zu spielen?

Wir waren 3 Typen die 5 Jahre miteinander in einer Band spielten und dann über 7 Jahren nicht miteinander gesprochen haben. Als wir noch zusammen spielten, fühlte es sich an als wäre die Band eine Sache für die Ewigkeit. Es war einfach eine sehr merkwürdige Geschichte. time does strange things!

Konntet ihr euch an die alten Songs noch erinnern?

Zum Proben benötigten wir einen CD-Player. Wir hatten alle Songs auf CD dabei. Wir spielten einen Song ab und jedes Mal kam nach Kurzem von irgendeinem von uns die Frage „Könnt ihr euch noch an diesen Part erinnern“ und die Antwort war meistens „ nicht wirklich“. Also mussten wir Part für Part die Songs durchgehen um uns wieder zu erinnern. 2 Parts eines Songs mussten wir ändern weil wir einfach nicht mehr herausfinden konnten wie man sie spielt.

Verbindest du die Titel mit den Songs oder war es ein Problem dass ihr nur Nummer als Songtitel benutzt?

Für mich war es sehr einfach. Ich weiß nicht warum, aber es macht einfach Sinn weil die Nummern für die Reihenfolge stehen, in der wir sie geschrieben haben. Unser Schlagzeuger hat mehr Probleme. Um es sich zu merken schreibt er die Nummer auf und daneben seine obskuren Zeichen. z. B. bedeutet eine Triangel dass er anfängt und ein Kreis mit einem Kreuz bedeutet dass ich anfange.

Viel es euch schwer wieder neue Songs zu schreiben?

Wir fingen eigentlich direkt an wieder neue Songs zu schreiben, es fiel uns nicht schwer. Es ist definitiv der Aspekt an der Band der mir am meisten Spaß macht.

Ihr hattet früher erhebliche Probleme mit eurer Plattenfirma. Wie ist die Situation heute?  

Im Moment läuft alles sehr reibungslos. Wir wussten damals nicht was sie von uns hielten. Wahrscheinlich dachten sie wir wären ein paar junge Typen aus West Virginia die keine Ahnung vom Musikbusiness haben.

Was hast du während den 7 Jahre Pause gemacht?

Es hat mich viel Zeit gekostet wieder von den Drogen wegzukommen. Danach spielte ich in 2 Bands und arbeitet für eine Wohltätigkeitsorganisation.

Sind die beiden Bands ein fulltime job?

Ja definitiv. Allein ein Gespräch mit Rob zu führen ist ein fulltime job.

In einem Interview war zu lesen, dass ihr keine Musik mit Sänger mögt. Warum habt ihr dann eine 2. Band mit einem Sänger?

Es ist nicht so dass wir Musik mit Gesang prinzipiell nicht mögen. Nur stehen unsere Songs und es ist schwierig einem Sänger die Songstrukturen aufzuzwingen um darüber zu singen. Ein Strophe besteht gewöhnlich aus 8 Takte, zum Bsp. 4 Takte ohne Gesang dann 4 Beyonces blabla, einen Pre-chorus mit Jay-Z  und dann einen Part mit beiden zusammen. Das sind zumindest die Strukturen die einem das Radio so vorgibt. Unsere Songs unterscheiden sich davon. 3 Takte das, 1 Takt dieses Riff usw. Eben zu versuchen intuitiv an die Musik heranzu-gehen. Und darüber zu singen ist unmöglich.

Ihr hattet Pläne John Garcia (Ex-Kyuss Sänger) als Sänger in eure Band aufzunehmen bzw. eine eigenständige Band zu gründen?

Wir dachten es wäre am Besten eine komplett neue Band zu gründen. Als wir ihn zum ersten Mal trafen spielten wir mit Kyuss. Sie mochten unsere Musik und wir wurden Freunde. Nach Kyuss spielte er in ungefähr 5 Bands gleichzeitig. Da blieb keine Zeit mehr für noch ein Projekt. Aber wir planen im Herbst 2 Songs mit ihm aufzunehmen. Der Song auf der aktuellen CD mit ihm ist noch von 1996.

Wie umschreibt ihr eure Musik? Auf eure Myspace-Seite steht „a bong filled with Whiskey“.

Die Myspace-Seite hat ein Freund von uns erstellt, der sich wohl häufiger mit whiskey-gefüllten Bongs beschäftigt. Aber ich denke es ist nicht zwangsläufig Stoner-Rock. Wir haben viele unterschiedliche Ein-flüsse und nicht nur Black Sabbath oder andere typische Stoner-Rock Vorbilder.

Mitte der 90er gab es eine große Stoner-Rock Szene. Wie siehst du die Entwicklung der Szene heute?

Falls ich jemals ein Teil der Szene war, wenn ich ehrlich bin, gab  es eigentlich nie wirklich eine. Ich denke es wurde wohl eher in Europa als echte Szene wahrgenommen, vor allem in England. Fu Manchu zum Beispiel hatten dort großen Erfolg. Wir spielten 1997 beim Dynamo Festival auf der Hauptbühne zur besten Zeit. Der Booker war ein großer Fan von uns. Er nahm uns auch bereits in seiner TV-Show  auf Canal + in Paris auf. Den Abend zuvor spielte David Bowie und den Abend nach uns dann Depeche Mode.

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Keep on rocking. Wir werden in die Staaten zurück-kehren und eine Tour mit der Band „The Sword“ spielen.

„The Sword“ waren auch schon mit Metallica auf Tour?

Ja, sie sind Metallicas Lieblingssupport. Sie spielten in Chicago und ich war an dem Abend auch dort. Lars Ulrichs Assistent kam zu mir und wollte mich in einen „Secret Room“ mitnehmen. In dem Raum konnte man das komplette Publikum und die Bühne sehen. Der Raum war leer, nur Lars Ulrich und James Hetfield standen dort rum und ein Security der eine Toilette sicherte, die ausschließlich Lars benutzte. Ich stand also dort alleine. Lars kam zu mir und bot mir einen Drink an, ich lehnte ab und er sprach nicht mehr mit mir. Dann begann „the sword“ zu spielen und Lars drehte völlig durch und ging beständig immer wieder in seine exklusiv bewachte Toilette (Lachen). Hetfield stellte sich zum mir, sah mich aber nicht an, als er mit mir sprach. Das einzige was er sagte war: „Ich hab echt die Schnauze voll von den Leuten die mir ständig sagen ich muss mir deine Band mal anhören“.

Ihr wart auch schon mit den Foo Fighters und Motörhead auf Tour?

Ja, es waren wirklich tolle Shows. Gewöhnlich 20-26 Tausend Zuschauer pro Abend. Es ist wirklich eigenartig. Wenn du auf der Hauptbühne eines Festivals mit 80 Tausend Zuschauern spielst ist das wirklich ein beeindruckendes Erlebnis. Aber es ist nicht das Gleiche wie wenn du auf einem Arena-Indoor-Festival spielst. Die meisten Zuschauer stehen über dir auf mindestens 5 Ebenen, es ist noch viel intensiver. Und es ist wirklich angsteinflössend.

Interview Sportfreunde Stiller

Die Sportfreunde Stiller, Deutschlands grösste Indie-Band spielten in Konstanz und zwar nicht bei unserem 1-Tages Festival Rock am See sondern im beschaulichen Kulturladen. Vor ihrem, innerhalb von zwei Stunden ausverkauften Konzert, stand uns Sportfreunde Bassist Rüde Rede und Antwort und plauderte mit uns über vergangenes und zukünftiges.

Wie kommt es dass ihr in Konstanz spielt?

Einfach weil wir zur Zeit Lust haben kleine Konzerte zu spielen, um das ein oder andere neue Lied auszuprobieren und weil es uns wirklich Spass macht.

Habt ihr was neues geplant, ein neues Album?

Wir fangen in ein paar Wochen an aufzunehmen. Wir haben schon einige Lieder, ein paar tolle und ein paar schrottige, potenzielle B- oder C-Seiten (lacht). Wir sind seit Anfang des Jahres im Proberaum, jeder schreibt für sich und sammelt Ideen. Eine Weile haben wir es genossen gar nichts zu machen und getrennte Wege zu gehen. Und dann ist es super, wenn man sich wieder trifft und merkt was man hat.

Was habt ihr die letzten paar Jahre gemacht?

Wir haben sporadisch Konzerte mit Orchester gespielt und ansonsten ist jeder für sich seinen eigenen Plänen nachgegangen. Flo hat ein Buch geschrieben und hat eine Platte aufgenommen mit Harmful (mehr Infos unter www.harmfulweb.com), ich hab ne Platte aufgenommen und produziert mit Fiva & Das Phantom Orchester (mehr Infos unter www.fivasolo.de). Aber hauptsächlich hab ich mich um mein „Studio“ gekümmert, also um den Haufen Elektro-Müll in meinem Keller (lacht). Und der Peter hat auch daheim im Studio gearbeitet oder ist Gassi gegangen. Es hat sich einfach gezeigt dass wir mal Abstand voneinander gebraucht haben.

Nach dem MTV Unplugged, was für jede Band ein Höhepunkt darstellt, war es euch da wichtig alles wieder ein bisschen kleiner zu halten und deshalb auch die Club-Tour zu spielen?

Also erstmal wollen wir ne tolle Platte machen und schauen was dann passiert. Ich hab Lust so weiter zu machen, wie bisher. Grosse Bühnen zu spielen und viele Leute für unsere Musik zu begeistern aber auch schöne, kleine Konzerte. Ich freu mich darauf noch viele Jahre Musik zu machen, weil ich das Leben als Musiker so schätze. Deshalb war auch dieser Sommer so herrlich, weil wir auf den grossen Festivals weiterhin mit dem Orchester aufgetreten sind und dann zusätzlich die Club-Konzerte nur zu dritt gespielt haben. Wir lassen es einfach auf uns zu kommen und schauen was passiert.

Was mögt ihr lieber grosse Festivals oder kleine Club-Konzerte?

Ich find beides super. Ich finde es so schön in einem kleinen Club spielen zu dürfen und ich finde es wunderbar trotzdem auf einer grossen Bühne zu spielen. Man kann beides nicht vergleichen, viele Leute entwickeln eine ganz andere Energie, als wenige Leute und auch das Licht macht einiges aus.  Im kleinen Club ist alles viel direkter und man unterhält sich auch mal mit den Leuten. Ich kann mir z.B. nicht mehr vorstellen nur Hallen-Touren zu spielen.

Die obligatorische Fußball-Frage, denkt ihr auch dass Jogi Schuld ist am Ausscheiden bei der EM?

So ein Schmarrn (lacht), die Italiener waren einfach besser. Die Deutschen waren super und haben uns eine Menge Freude bereitet und dann sind sie halt ausgeschieden. Man soll da nicht so rumweinen und so undankbar sein. Jogi hat so lang einen so guten Job gemacht und auf einmal soll er an allem Schuld sein. So ein blödes, depressives Gelaber.

Wir hatten vor kurzem ein Interview mit Kraftklub und sie haben mich stark an euch erinnert, als ihr angefangen habt. Die Selbstironie und das Gefühl, dass ihr einfach drei Freunde seit, die den Moment geniessen und sich über die Zukunft keine Gedanken machen? Wie erhält man sich als Band dieses Gefühl?

Es ist in erster Linie ein riesen Privileg Musik zu machen und man sollte immer schätzen was man erreicht hat. Je länger man dabei ist und je tiefer man reinrutscht, desto leichter geht der Zauber verloren. Es sind so kleine Sachen, wie dass man hin und wieder Abstand voneinander nimmt und selbstkritisch bleibt oder es dem anderen zugesteht auch einem mal die Meinung zu sagen. Die persönlichen Prozesse in der Band und das Akzeptieren, dass eine Band über jegliche Privatsphäre hinausgeht hilft einem schon sehr weiter.

Gibt es neue Bands, die dir gefallen?

Also Kraftklub find ich schon richtig gut, die entspannte Einstellung, die wilde, lebensfrohe, witzige, selbstironische Musik. Sie haben es geschafft einen eigenen Sound zu finden. Dann mag ich Masimoto sehr gern, „Grüner Samt“ war die letzte Platte die ich gekauft habe. Seit ca. einem Jahr hör ich eigentlich hauptsächlich Laura Marling (www.lauramarling.com), die ist super. Es ist krass, wie so ein junges Mädchen so eine grossartige Musik macht. Von ihrer ersten Platte hat sie die meisten Lieder mit 16, 17 geschrieben, das ist wirklich Wahnsinn. Da krieg ich solche Komplexe, wenn ich sowas höre (lacht). Ansonsten hör ich immer noch viel Gitarrenmusik, die alten Klassiker und jetzt nach dem MCA, von den Beastie Boys gestorben ist, hab ich auch ihre alten Platten wieder rausgeholt.

Wenn keiner mehr Lust auf die Sportfreunde hat und niemand euch mehr hören will, was machst du dann?

Ich würde wahrscheinlich dasselbe machen, wie die letzten Jahre. Ich würde schauen mit wem ich zusammen arbeiten möchte und würde hier und da etwas produzieren. Was auch genauso viel Spass machen kann, wie seine eigene Musik zu spielen. Aber ich würd auch auf jeden Fall irgendeiner sozialen Arbeit nachgehen, dass hat mir schon immer gefallen. Es gibt so viele verschiedene, tolle Felder in denen man arbeiten kann. Ich würd mir aber auf jeden Fall nicht zutrauen mehr als 20 Stunden die Woche zu arbeiten. Nach 15 Jahren als Musiker schaff ich das glaub ich nicht mehr.

Wir wollten eigentlich am Schluss noch Peter fragen, was für ein Sportlehrer er geworden wäre?

Kein Problem ich kenn ihn so gut. ich weiss alles über ihn (lacht). Peter und Flo machen eigentlich beide total viel Sport, aber zur Zeit geht Peter eigentlich mehr Gassi, als dass er sich schwitzend betätigt. Aber er ist ein super Fussballer und hat total viel Engagement bei so Sachen. Wir haben auch schon mal zusammen Sportunterricht gemacht und es ist so krass ihn bei sowas zu sehen. Er stellt sich dann da hin und gibt ganz klare Anweisungen und du weisst nicht, ob er das jetzt aus irgendeinem Trainingskonzeptbuch hat oder suggeriert seine Anweisung nur, das er so tut als ob er irgendwas wüsste. Er bekommt dann aber auch eine Autorität, weil ers halt wirklich kann, er würde sich auf jeden Fall nicht einfach nur hinstellen und die Schüler rumkommandieren. Der Flo ist so ein Typ, der immer der Beste sein möchte und das ist auch der Grund warum er schon alle erdenklichen Freizeitsport Verletzungen hatte. Er wäre auf jeden Fall ein äussert unterhaltsamer und aktiver Sportlehrer.

Interview Krafklub

Vor ihrem grandiosen Auftritt beim Mini-Rock-Festival trafen wir Kraftklub Gitarrist Steffen Israel und Bassist Till Brummer zum Interview.

Wie läuft die Tour?

Till: Super ist immer voll warm, manchmal gibt’s sogar nen See, indem man rein kann und wir haben sogar vor kurzem nackt Soundcheck gemacht. Hier gibt’s leider keinen See, aber ist auch schön.

Steffen: Du kannst trotzdem nackt sein, wenn du möchtest.

Wie lang geht die Tour noch?

Steffen: Fast jedes Wochenende, das letzte Konzert ist am 15.9. Unter der Woche sind wir in Chemnitz und hängen nur rum und machen nix und am Wochenende fahren wir dann spielen.

Till: Ist echt angenehm also du fährst halt am Wochenende mit Kumpels weg feiern und unter der Woche bist du im Freibad.

Dann seit ihr nicht froh, wenn die Tour vorbei ist?

Till: Naja wenn die Festival-Tour vorbei ist kommt die richtig grosse Tour. Es hört nie auf.

Kraftklub gibt es noch nicht einmal 3 Jahre und ihr seit jetzt mit eurem ersten Album schon extrem erfolgreich, spürt ihr jetzt einen grossen Druck was euer 2. Album angeht?

Till: Es gibt eigentlich gar keinen Druck, entweder man machts so, wie man es jetzt gemacht hat und die Leute sagen „Ey ist doch genau dasselbe“ oder man macht was anderes und die Leute sagen „Ey ist doch voll was anderes“.

Steffen: Man kann quasi nur verlieren und deswegen gehen wir da überhaupt nicht mit irgendwelchen Erwartungen ran, wir wissen eh es geht nach hinten los und wir hören auf (lacht).

Habt ihr schon Pläne bzw. schreibt ihr schon Songs?

Steffen: Doch, aber wir haben noch nicht wirklich angefangen.

Till: Es wird auf jedenfall ohne Gesang, ein bisschen psychedelisch.

Steffen: Mit Trompete so viel können wir schon verraten.

Wie seht ihr eure Zukunft?

Till: Mal sehen, also es gibt immer viele die sagen „Man ihr müsst doch was ordentliches machen, in 5 Jahren stehst du da und keiner kennt die Band mehr“,  aber ist doch egal man kann ja immer irgendwas machen.

Steffen: Da machen wir uns alle glaub ich keine Gedanken, also zumindest keine Sorgen, irgendwas kommt immer.

Denkt ihr das Kraftklub bloss eine kurzfristige Sache ist oder denkt ihr das ihr euch auch langfristig etablieren könnt? Was wären die Alternativen?

Till: Ich würde glaub ich nicht meine Kellner Lehre fertig machen.

Steffen: Ne neue Band auf jedenfall.

Ihr seit ja noch recht jung im Geschäft, hat man sich das so vorgestellt oder gibt es Dinge die euch doch ziemlich überrascht haben?

Steffen: Wir hatten keine Ahnung, wie weit wir in das Geschäft reinkommen. Aber jetzt sind wir relativ gut dabei und es ist viel entspannter, als man sich das vorstellt.

Man stellt es sich ja so vor, dass die Plattenfirma Druck macht etc?

Steffen: Ne das ist ja out sowas, der böse Manager und der dicke Plattenboss.

Hat euch der Erfolg überrumpelt?

Till: Ne was heisst überrumpelt, aber es ging auf jedenfall alles sehr schnell. Aber es gab bestimmt schon sechs Momente, wo wir die übelste Party hätten schmeissen müssen.

Steffen: Haben wir auch jedes Mal.

Till: Ja klar aber es waren immer sehr kurze Abstände. Es ging halt alles sehr schnell und wir hatten gar keine Zeit total abzuheben.

Wollt ihr das noch?

Till: Ja mal sehen wie es weiter geht (lacht).

Steffen: Wir waren auf jedenfall froh, dass es so schnell ging. Wir hatten nicht wirklich Bock, das zu machen was wir gemacht haben. Ich hatte keinen Bock zu studieren und wir waren dann wirklich froh, dass wir uns Vollzeit damit beschäftigen können.

Was habt ihr gegen Josh Homme, also ich fand es ja super das er die Arctic Monkeys produziert hat?

Till: Also man hört an der neuen Arctic Monkeys Platte, dass er auf jedenfall viel Einfluss hatte. Nen sehr verkoksten Einfluss.

Also mögt ihr ihn nicht?

Till: Doch auf jedenfall, wir finden sein Zeug super.

Steffen: Wir finden einfach die Arctic Monkeys Platte nicht so gut und wir schieben dass auf Josh Homme. Obwohl er natürlich ein super Typ ist.

Genau, weil er sie produziert find ich die Platte gut?

Steffen: Ja das ist einfach Geschmackssache, es macht einfach Spass Leute zu ärgern.

Till: Josh Homme hat sich bestimmt richtig geärgert, weil wir das gesungen haben (lacht).

Wie soll eurer Weg weitergehen, eher so wie die Beatsteaks oder ganz nach oben wie die Ärzte und dafür aber auch vom Dorftrottel bis zum Bänker alles im Publikum? Ihr singt ja ihr seit nicht kredibil.

Till: Ändern würden wir nichts an unserem Stil.

Steffen: Wir nehmen uns halt nicht so ernst und ich glaub nicht dass wir irgendwann ne richtig ernste Band werden. Die Ärzte sind ein Vorbild, wie man es als Band machen sollte. Sie hatten auf jeden Fall nen gesunden Werdegang, obwohl es bei ihnen auch sehr lange gedauert hat.

Wie entstehen die Songs bei euch? Wer ist der Diktator?

Till: Wir treffen uns im Wald auf einer Lichtung unter Sternenhimmel und jeder hat die akustische Version seines Instruments dabei und irgendwann bekommen wir Visionen, wie z.B. neulich hatten wir die Vision mit einem Einhorn, also unsere nächste Single wird auf jeden Fall irgendwas mit nem Einhorn (lacht).

Steffen: Wir haben ne Scheibe mit den Akkorden drauf und jeder darf dann mal drehen (lacht).

Gibt es eine Frage, die ihr schon immer mal gefragt werden wolltet?

Till: Warum seht ihr alle so umwerfend aus?

Und warum?

Till: Weil wir auf unsere Körper achten, uns pflegen, nie Alkohol trinken und nicht rauchen.